Auf der gemeinsamen Fachtagung von DGGO – Deutsche Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsdynamik e.V., ÖGGO -Österreichische Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsberatung FS GD.DG (ÖAGG) hat Andreas Amann in seinem Vortrag zentrale Aspekte der gruppendynamischen Haltung skizziert – viele davon teilen wir:

Die forschende Haltung – ergebnisoffen und mit dem Risiko zu scheitern.  Die Bereitschaft sich in Beziehung zu setzen, zu hinterfragen und selbst hinterfragbar zu bleiben. Die mäeutische Haltung – nichts zu tun, was die Gruppe nicht selbst tun kann. Die Unterschiedlichkeit von Individuum und Gruppe anzuerkennen – und zugleich ihren Zusammenhang ernst zu nehmen.

Und doch…
Amann hat diese Haltung mit der Figur des Odysseus verknüpft.
Diese Analogie hat polarisiert – auch bei uns. 

Die Suche nach einer anderen Erzählung begann.
Doch schnell wurde klar: Es reicht nicht, den Helden durch eine Heldin zu ersetzen.
Denn wer gruppendynamisch begleitet, steht nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Wenn Teilnehmerinnen am Ende sagen:
„Wir haben wirklich gut als Gruppe zusammengearbeitet – aber ich weiß gar nicht, was der/die Trainerin eigentlich gemacht hat“, dann ist das vielleicht der deutlichste Hinweis darauf, dass wir den Prozess mit einer mäeutischen Haltung begleitet haben.

Wir sind keine Held*innen – nicht als Trainer*innen in gruppendynamischen Formaten, nicht als Beratende in Teams und Organisationen, nicht als Lehrende in Ausbildungskontexten.

Aber wir sind beteiligt. Im Kontakt und in Beziehung.
Und genau darin liegt die Herausforderung – und die Kraft.